Familie Michel

Nürnberger Rechenmeister.

Lebenslauf:

Wolff Michel war ein Schüler von Johann Neudörfer d.Ä. (1497-1563). Er kaufte 1561 um 900 Gulden ein Haus an der Pfannenschmiedsgasse. Nur ein viertel Jahr später verkauft er es an Johann Neudörfer. Wolff Michel verfasste 1558 eine mathematische Handschrift, die sich in den Beständen der Nürnberger Stadtbibliothek erhalten hat (Nor. H 323). Darin beschuldigte er seine Kollegen Hieronymus Rosa und Nicolaus Werner (1520-1570) falscher Rechenmethoden. Diese hatten gemeinsam mit Hans Petz 1551 Neudörffer mit öffentlichen Anschlägen verleumdet, bis ihnen der Rat ihr Treiben verbot. Michels Skript ist also eine Verteidigungsschrift für Neudörffer.

Nach den Totengeläutbüchern von St. Sebald starb im Frühjahr "Brigita Wolff Michliln". Es könnte sich dabei um Michlins erste Ehefrau gehandelt haben. Er selbst starb Anfang Februar 1568 als Rechenmeister am "Ponnerßberg, dem heutigen Paniersplatz. Hier hatte er seine Schule neben der Gaststätte zum Goldenen Löwen.

Friedrich Michel musste 1649 die Aufforderung hinnehmen, "sich selbst im Schreiben besser zu üben".

Karl Michel führte seine Rechenschule seit 1644. Er rühmte sich, dass zu seinen Schülern auch Adelige und Bürgersöhne aus Breslau, Erfurt, Frankfurt, Schaffhausen, Preßburg, ja sogar aus Genf und Grenoble zählten. Bei seinem Tod im Dezember 1699 wird er als Rechenmeister in der "Creuzgaß beim Goldenen Tischlein" bezeichnet, einer Gaststätte neben dem Waizenbräuhaus nahe der Jakobskirche.

Literatur:


Fußnoten

  1. "Der Erbar Wolff Michel Rechenmeister am Bonnersperg 7. [Februar 1568]" (Bestattungen St. Sebald 1557-1570, Bl. 179v).
  2. "Der Erbar und kunstreiche Carl Michel, Schreib und Rechenmeister in der Lorenzgaß beÿ dem gülden Tischlein [...] ☽ d. 11. Decembr. [1699]" (Bestattungen St. Lorenz 1668-1702, S. 568).


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