Petrus Saxonius

Mathematikprofessor in Altdorf und Beobachter von Sonnenflecken.

* 16.08.1591 in Husum, Schleswig ; † 16.09.1625 in Altdorf

Lebenslauf:

Saxonius schrieb sich 1607 an der Universität in Leipzig ein, 1612 wechselte er nach Altdorf, wo er vor allem unter Johann Praetorius (1537-1616) Mathematik studierte. 1614 unternahm er eine Studienreise durch Süddeutschland. Am 18. Mai 1614 schrieb er sich in Tübingen ein, wo er Michael Mästlin (1550-1631) kennen lernte. Vorher muss er sich bei Johann Faulhaber (1580-1635) in Ulm aufgehalten haben, auf dessen Rat hin hielt er in Tübingen privat Vorlesungen zu Euklid. Ende 1614 oder Anfang 1615 reiste er für ca. ein halbes Jahr nach Ingolstadt zu Christoph Scheiner (1573-1650). Von dort begab er sich direkt nach Ansbach, wo er am 4./14. Juli auf Simon Marius (1573-1624) traf. Anschließend kehrte er nach Altdorf zurück und hielt privat mathematische Vorlesungen. Zur Vertiefung seiner mathematischen Kenntnisse folgte ein einjähriger Aufenthalt in Groningen und Leiden. Am 16. September 1617 traf er wieder in Nürnberg ein, wo er bald darauf Nachfolger von Praetorius wurde.

1624 wurde die Altdorfer Akademie zur Universität aufgewertet. Um diese Zeit wurde nach Wittenberger Vorbild zwei Lehrstühle für Mathematik eingerichtet. Den Lehrstuhl für höhere Mathematik erhielt Saxonius, den für niedere Mathematik Johann Caspar Odontius (1580-1626). Nur 34 Jahre alt starb Saxonius am 16. September 1625 an den Folgen einer Bruchoperation. Bereits im folgenden Jahr starb Odontius, womit die beiden Lehrstühle wieder auf eine Person vereint wurden. Nachfolger wurde Daniel Schwenter (1585-1636).

Wirken:

Saxonius plante die kommentierte Herausgabe einiger griechischer Klassiker, doch sein Tod vereitelte dieses Unternehmen. So blieb sein Einblattdruck über Sonnenflecken, die er im Februar und März 1616 in Nürnberg beobachtet hatte, seine einzige Veröffentlichung. Die Anregungen hierzu dürfte er von Scheiner erhalten haben. Er muss also ein kleines Teleskop besessen haben, näheres dazu ist nicht bekannt.

Praetorius hatte eine umfangreiche Manuskriptsammlung hinterlassen, die von Saxonius weiter angereichert wurde. Nach seinem Tod wurde ein Katalog mit den Büchern und Instrumenten seines Nachlasses erstellt, für dessen Erhalt sich Johann Matthäus Faulhaber (1604-1683) im Juli 1626 im Namen seines gerade nicht anwesenden Vaters bedankte. Es handelte sich wohl um eine Abschrift des handschriftlichen Catalogus librorum et instrumentorum mathematicorum P. Saxonii, der in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird (Cod. 12411). Der größte Teil dieses Nachlasses befindet sich heute in den Bibliotheken von Schweinfurt, Erlangen und München.

Literatur:

Links:


Fußnoten

  1. "Dom. XI Trinitat: 1 Sept: Der EhrnVest und Wolgelart Herr Petrus Saxo Mathematum Professor Pub. alhier, deß Erwürdigen und Hochgelarten Herrn Jacobi Saxen S. weyland Predigers zu Husum in Holstein, und deß Consistorij Verordneten daselbst hinterl. Sohn, die Ehrntugendsame Jungfrau Sabina deß EhrnVesten und Vornehmen Hans Jacob Khöchels Weyland Burgern und deß größern Raths zu Nürnberg hint. Eheliche Tochter. Hochzeit gehalten den 16. Septem: 1622", Trauungen Altdorf 1595-1642, S. 419 (Scan 214).


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