Briefwechsel Johann Gabriel Doppelmayr


Kurzinformation zum Brief Zum Original
Autor Doppelmayr, Johann Gabriel (1677-1750)
Empfänger Kirch, Christfried (1694-1740)
Ort Nürnberg
Datum 19. Februar 1732
Signatur UB Basel: L Ia 688, Bl. 105,1r
Transkription Hans Gaab, Fürth

Nürnberg den 19 Febr
A.C. 1732.   

HochEdler und Hochgelährter
Insonders Hochzuehrender Herr
werthester Gönner!

Das vor mich gütig destinierte Exemplar, des heurigen Societät=Calenders ist mir leztens von Leipzig durch den Endterischen[1] Bedienten richtig eingelieffert worden, wofür ich hiemit meinen schuldigen Danck erstatte und mich dargegen zu anderen gefälligen diensten offerire. Ausser diesem habe auch zu berichten daß H. P. Nicasius mir vor wenigen Wochen aus Amberg geschrieben,[2] daß Er ordre hätte von Mr. de l'Isle,[3] um einige Bücher nach Berlin vor Ihn zu addressieren und inzwischen solche Herrn D. Rosten in Nürnberg zur Beförderung zu recommendiren, welches, weil er todt, vergebens ist,[4] inzwischen ersehe, daß ich ganz aus der Gnade bey jenem gefallen, da die Bücher nicht durch mich sollen befördert werden, daran mir nichts lieget. Übrigens muß auch noch melden daß allhir der eingebildete Mathematicus Mr. Schübler, der mit der Dedication seiner Gnomonique[5] vor 6. Jahren gesucht in die Hochpreißl. Berliner Societät zu gelangen, nun über mich gar ungehalten seye, weil er erfahren, daß ich dahin mahl gemeldet wie er einen Comedianten, davon ich fester occulatus[6] bin, abgegeben und dahero nicht anzunehmen seye,[7] nun heißt es, er wolle sein Glück bey dem einen Herrn Secretario der Societät probieren, so zur Nachricht schreibe, und zwar sub fide silentii, damit künfftighin dero hochbelob. Societät keine Unehre daraus erwachsen möge. Womit mich zu fernern Wohlgewogenheit bestens empfehle und stets verharre

    Ew. Hochedlen
meines hochzuehrenden Herrn

ergebenster diener      
JG Doppelmayr.      


Fußnoten

  1. Die Endter waren eine bekannte Nürnberger Buchhändlerfamilie.
  2. Der Brief von Grammatici ist nicht überliefert.
  3. Auf seiner Reise von Paris nach St. Petersburg hatte Joseph-Nicolas Delisle (1688-1768) im Dezember 1725 Doppelmayr in Nürnberg besucht. Seitdem klagte Doppelmayr, dass er von ihm kaum Briefe und Informationen erhalte, wobei er gelgentlich gegen Franzosen ausfällig wurde.
  4. Johann Leonhard Rost starb am 22. März 1727.
  5. Schübler, Johann Jakob: Anleitung zur praktischen Sonnenuhrkunst. Nürnberg: Johann Christoph Weigel 1726.
  6. occulatus: Augenzeuge.
  7. Vgl. Doppelmayrs Brief an Kirch vom 27. Juli 1726.

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