Briefwechsel Johann Heinrich Müller


Kurzinformation zum Brief  
Autor Müller, Johann Heinrich (1671-1731)
Empfänger Rat der Stadt Nürnberg
Ort Nürnberg
Datum 30. Dezember 1704
Signatur Staatsarchiv Nürnberg: Reichsstadt Nürnberg, Losungamt Akten S I L 108/19 (7)
Staatsarchiv Nürnberg: Reichsstadt Nürnberg, Kirchen- und Vormundamt 1919 (4)
Stadtarchiv Nürnberg: B1/II Nr. 1883 (3)[1]
Transkription Hans Gaab, Fürth

Verzeichnus[2]

derer zu hiesigem Observatorio gehörigen Astronomischen Instrumenten, wie sie theils von Hl. Glaser Ao. 1691 beschrieben und in Kupffer vorgestellet, theils hernach mit ein- u. dem andern Stück vermehret worden.
Nota: Welche Stücke mit Buchstaben oder Zahlen bezeichnet, sind in dem Kupffer zu sehen

A. Azimuthal-Ring von Eisen und Messing, diam. 5. Schuh hoch 12 Sch. die Gegenden und Grade des Horizonts zu erkennen
B. Hemicyclus, von Eisen und Messing, diam. 3 Sch. für die Weiten der Sterne
C. Unbeweglicher Zweÿseitiger Quadrant, von Mess. u. Eisen, nach der Gegend des Auf- und Untergangs gerichtet, für die Höhen der Sterne, wann sie in selbige Gegend kommen, rad. 2. Sch.
D. Eiserner Sextant, mit einer künstlichen Schraube, rad. 5. Sch. für einen einigen Observatoren, die Weiten zu messen.
E. Beweglicher Quadrant mehrentheils von Messing, theils Eisen, rad. 2. Sch. für die Höhen der Sterne
1. 2. 3. Großer unbeweglicher Trient, von Eisen u. Messing für die Mittags-Höhen, rad. 16. Sch.
F. Großer um den Scheitelpunkt beweglicher Quadrant von Eisen u. Mess., für die Mittags- und andere Höhen, rad. 6. Sch
G. Sextant von Eisen u. Mess. für die Weiten, rad. 5. Sch.
H.H. Zweÿ hölzerne Octanten, mit visiren u. Messingen Schienen überzogen, für Höhen und Weiten, nach allen Gegenden, rad. 7. biß 8. Sch.
J.K.L.M. Vier Tubi, von 8= 10= 12= 16. Sch. darunter einer aus Engeland zum Geschenck übersandt worden.

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M. Ist nebst einem Tubo eine Machina Helioscopica, die Sonnen-Finsternüßen u. Flecken zu observiren.
N. Radius oder Circul-Stück von 5 Gr. für die engen Weiten, rad. 9 Sch.
O. Noch ein solcher Radius von 10 Gr. zu gleichem Gebrauch.
P. Aequinoctial-Uhr von eisernen Ringen, diam. 5. Sch.
- Perpendicul-Uhr in dem Stüblein, welche alle Minuten und Stunden zeiget.
- Künstliche Astronomisch-Geographische Perpendicul-Uhr.
- Zweÿ Chronometra mit Perpendiculn.
- Zum großen Trienten gehöriges pinnacidium.
- 5. Zirkel mit kleinen Kamm-Rädern von unterschiedener Größe
- Eiserner Gnomon für die ☉höhen.
- Eine Horizontal-Uhr mit den Himmlischen Circuln, samt allerleÿ Stunden, nebst einer Scheitel-Uhr u. andren Ornamenten.

Diese Instrumenten, welche mehrentheils noch vor Anfang des vorigen Französischen Krieges,[3] mit grosen Kosten, u. beÿgetragener eigenen Hand-Arbeit, angeschaffet worden, sind nach derselben Zeit mit nicht geringern neuen Unkosten durchgehends reformiret, u. in einen bessern Stand gebracht worden, dergestalt, daß der Autor nach so lang getriebener vieljähriger Praxi, dieselbige nun nicht mehr zu verbessern wüste, u. in solchem verbesserten Stand alles obig specificirte, Einem Hoch Edlen Rath um 1000 Rthl. zu überlassen bereit ist.

Mit diesem Apparatu ist nunmehr mit Göttl. Beÿstand beÿ 26. Jahren her,[4] eine Historia Coelestis von der Himmlischen

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Cörper mancherleÿ Stand und Bewegungen, gesammlet, und damit das große Werck der Restitution des Himmelischen Uhrwercks, welches von den Vorfahren theils alhier,[5] theils in Hessen[6] und Dennemarck,[7] gleichsam postliminio[8] wider zur Hand genommen, hernach von Hevelio[9] zu Danzig mit grosem Nachdruck fortgesezet worden, und nunmehr jeziger Zeit, in denen florisantesten Reichen und Ländern Europas, Franckreich, Engeland, Italien, Schweden gleichsam certatim u. Regiis plerumque sumtibus[10] fortgeführet wird, nach wenigem Vermögen, befördern zu helffen gesuchet worden.

Was hierinnen beÿgetragen worden, werden Verständige urtheilen, wann der Gütige Gott dem Autori zulängliche Kräfften, u. Gesundheit verleihen wollte, etwas von seinen Vigiliis dem Publico gemein zu machen.[11] Wo nicht, so bleibt es Gott heimgestellt, wie lang diese gleichsam gepflanzte Astronomische Datteln bis zur völligen Reiffung unfruchtbar bleiben sollen.

Man hat sich unter dessen vergnügt, nebst diesen erst spat sich hervorthuenden Nuzen, sein Gemüth in Betrachtung der Göttl. Wunder zu erheben, u. sich nebst andern Christl. Gemüthern auch hierinnen zu erbauen.

Diese Erbauung kan nun fortwähren, so lang der Himmel Himmel ist, u. der gütige Gott in seinen Geschöpfen sich zu offenbahren Lust hat. Darneben würde das Studium Astronomicum, wo dessen Fortsetzung Autoritate publica veranstaltet würde, seinen Siz, den es von Alters her wegen vieler sonst nirgend leicht anzutreffenden Bequemlichkeit, fast einig u. allein vor allen Städten Teutschlands gleichsam zu eigen gehabt, fürohin behaupten, u. die von der Astronomie dependirende Zeit- u. Fest-Rechnung zur allgemeinen Wolfarth des Römischen Reichs, u. vornehmlich der protestirenden Stände, Calender-Verbeßerung ihre Entscheidung finden. Und ist kein Zweiffel, daß auch nicht exterae nationes solche Anstalten dancknehmig erkennen, u. die mutua consilia[12] zur Beförderung u. Perfectionirung der Astronomie durch Correspondenz, wie bißhero geschehen, um so viel emsiger suchen

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werden, als mehr sie sich werden versichert halten können, daß dieses edle studium nun nicht mehr mit den Persohnen absterben, sondern mit der Republic unsterblich bleiben werde.

Es ist aber das Studium Astronomiae, wie es der Zeit auf dem Observatorio eingerichtet ist, keines wegs in so enge Schrancken eingetrieben, daß es nicht auch darneben vielfältigen unmittelbahren Nuzen in der gesamten Mathesi geben, u. gute Vorbereitung und Anweisung zu realerer AusÜbung derselben verschaffen könnte. Dann erstlich gibt das blose Anschauen der Instrumenten also bald einen realen Begriff von denen mehresten in der Geometrie, Mechanic, Optic, Astronomie, Geographie, Chronologie, Gnomonic etc. vorkommenden Terminis, definitionibus u. Kunst-Wörtern, indeme daran zu sehen sind allerhand gerade u. krumme Linien, sammt ihren Eintheilungen in Grade, Minuten, Stunden etc. mancherleÿ Winckel, verschiedenen Flächen, allerleÿ Cörper etc. etc. Und ob schon nicht jedes Aug geschickt ist, solche Dinge gleich im ersten Anblick war zu nehmen, so kan doch eine kurze mündliche Anweisung, wenn sie in richtiger Ordnung gehet, alles so klar u. deutlich darthun, daß einer nach solcher Methode in einer Stunde mehr realitäten fassen wird, als er zu Hauße u. auf dem Papier oder aus Büchern in vielen Stunden nicht wird erlangen.

Zum Andern erstreckt sich der Gebrauch dieser Instrumenten auch auf die so genannte Feld-Meß- oder die jenige Kunst, nach welcher man allerleÿ Höhen u. Weiten u. Tieffen messen, allerleÿ Felder ausrechnen, eintheilen, in Grund legen, austrecken, verjüngen, vergrößern lernet etc. worzu die Situation des Observatorii Gelegenheit genug an die Hand giebt.

Drittens, gleich wie es mit dem Nuzen, den diese Instrumenta in der Astronomie geben, schon seinen geweisten Beleg hat, also kan wol keine bessere u. realere Manir, denen Lernens-Begierigen, die Prin-

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cipia in der Geographie, von denen unterschiedenen Welt-Gegenden, Welt-Strichen, Tag u. Nachts-Veränderung etc. beÿ zu bringen, erdacht werden, als wenn man sie, nebenst denen Globis u. Mappis auch auf den würcklichen Augenschein des Welt Systematis anführet, und mit was für einem Augenmaß sie das, was sie in einem kleinen Begriff gesehen, in dem großen Welt-Gebäude schäzen u. erkennen müssen, anweiset.

Insonderheit ist Vierdens, eins von denen nöthigsten und nüzlichsten Stücken der Geographie die Situation eines ganzen territorii, so weit man es von einer Höhe übersehen kan, in den Grund zu legen. Dieses exercitium nun zu practiciren, scheinet fast kein bequemerer Ort leicht anzutreffen zu seÿn, als die Situation des Observatorii u. des umher liegenden territori, weil vermittelst des so genanndten Azimuths oder Horizontal-Rings, ein solches Exercitium, so offt es begehrt wird, könnte angestellet werden.

Fünfftens die Chronologie oder Zeit-Rechnung, soweit sie einem jeden vernünfftigen Menschen anstehet, und sich von der irrsamen Historischen und Völcker-Zeit-Rechnung enthält, wird nirgend einfältiger in ihrer ersten Geburt, Fortgang und Wachsthum erkannt, als wenn man aus dem würcklichen Augenschein der Vibration des penduli, womit die Bewegungen der Sterne gemessen werden, warnimmt, wie gleichsam aus etlichen augenblicklichen Hin- und Her-Bewegungen eine Minute, aus Versammlung derselben eine Stunde, ein Tag, ein Monath, ein Jahr etc. entstehet, u. wie jedes widerum in sein Principium, daraus es entstanden, zu verwandeln u. aufzulösen seÿe.

Sechstens besteht das ganze Fundament der Gnomonic oder Sonnen-Uhren-Kunst aus der allerEinfältigsten Eintheilung des Aequatoris oder Mittelkreises, in lauter gleiche Stunden u. Minuten, sammt gebührender Einrichtung des Zeigers. Nun ist aber das

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vor den Trienten befindliche Sciathericum nichts anders als eine solche Aequinoctial-Uhr. Wann nun bei hellem ☉Schein allerleÿ Wasser-Ebene, Scheitel-rechte u. andere Flächen daran appliciret werden, so kan aus dem würcklichen Augenschein nicht nur die Aufreißung der SonnenUhren auf allerhand Ebene, sondern auch zugleich die Ursach und Beweiß derselben gleichsam spielend erlernet werden.

Siebendens die Optic oder Seh-Kunst, ob sie zwar auser der Praxi perspectiva, den Fern- u. Vergrößerungs-Gläsern, ein zimlich theoretisches Studium ist, so sind doch die Phaenomena von dem Licht und Farben u. derselben mancherleÿ Strahlungen das Fundament solcher praxium, und das Object worüber man in dieser Kunst zu raisoniren pflegt, und ohne deren deutlichen Begrieff, die darüber zu führende raisonements noch viel weniger können verstanden werden. Nun wird sich ein Liebhaber nirgend besser in diesem Stück qualificiren können, als wenn er in fleissiger Besuchung des Observatorii die lieblichen Strahlungen der Mittags- auf- und untergehenden Sonne, das Funcklen der Sternen, samt denen zuweilen mit unterlauffenden Lufft-Feuern, die anmuthige Veränderungen der Jahrs-Zeiten, auf dem Feld in der Nähe u. Ferne, durch die freÿe Lufft u. durch Fern-Gläser mit tausendleÿ Umständen wol in das Aug fällt, u. solcher Gestalt zu Erleuchtung des inwendigen Augs des Verstands eine gute Vorbereitung macht. Und ist leicht zu gedencken, da diese optische Phaenomena beÿ ihren confusen obenhinigen Einfall in das Aug so anmuthig vorkommen, um wieviel anmuthiger Gemütherlustirender sie heraus kommen würden, wenn man sie in schöner Ordnung u. Reÿhe eines nach dem andern aufführen, u. jedes in genaue kunstmäßige Betrachtung ziehen u. einsehen, auch zugleich darüber raisoniren solte, welches gewißlich eine Sache wäre, wodurch man der Natur etwas tiefer in die penetralia[13] hinein zu sehen, u. ein Gedancken nach dieser, nicht diese noch jener (wie sonst gerne zu geschehen pflegt) zu richten, sich würde angewehnen müssen, zu grosen

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Aufnahm der gesamten Philosophie von allen diesen Erscheinungen gründlich zu raisoniren ist.

Achtens wo nicht das einige, doch vornehmste Stück, die Camera obscura, hierzu könnte um mit geringer Veränderung das so genannte Helioscopium worinnen mann die Finsternüße u. andere Phaenomena der Sonne zu observiren pfleget, gebraucht werden.[15]

Neuntens die Mechanica oder Bewegungs-Kunst, gleichwie wie sie der Praxi noch, beÿ hiesigen Mechanicis albereit in guter Übung stehet, und es nur beÿ den Meisten noch an genugsamen Fundament fehlet, die Kräfften der Machinen gründlich zu erkennen, als kan auch deßfalls mit gegenwärthigen Vorrath der Uhren (als in welchen, gleich als in einem kleinen Modell ein kurzer Begriff der vornehmsten Kräfften, womit die Mühl- Wasser- u. andere Wercke getrieben werden, verborgen stecket) so fern gedienet werden, daß man in ordentlicher Zergliederung derselben anweise, wie die Krafft des ziehenden Gewichts, oder der Feder, und Fortpflanzung derselben durch alle theil der Machine, biß auf das perpendicul, oder die Unruhe, nach ihrer Stärcke oder Schwäche, Schnelligkeit oder Langsamkeit, alle auf die Länge oder Kürze der diametrorum der Wellen und Räder etc. ankomme, u. daß derjenige, welcher eine Machine, ihre gebührende Bewegung geben wolle, solche aus richtiger proportionirung derselben vornehmlich erlangen könne etc.

Und dieses wären die vornehmsten Exercitia, welche nechst Göttl. Beÿstand auf dem Observatorio u. mit gegenwärtigen apparatu nebenst der Astronomie, könnten veranstaltet werden, so daß es nur noch auf Regulirung der Zeit u. Verordnung einer künftigen Persohn ankommt, welches Oberherrl. Vorsorge, demüthigst hingestellet wird. Die Zeit u. praxis wird ohne Zweiffel noch mehr andere exercitia an die Hand geben. Und was der Universalität des studii mathematici in der Fortification u. Architectur noch abgehet, könnte seiner Zeit leicht supplirt werden. Einmal würden nicht

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nur curiosi, einheimische u. frembde, sondern auch Ingenieurs u. Mechanici hier etwas zu lernen finden, auf eine realere und bißhero noch desiderirte Methode. Man hat von dem Gymnasio zu Stutgard die glaubwürdige Versicherung, daß seith [d]er Einführung des studii mathematici daselbst von Ao. 1688. die Jugend, sich um ein merckliches gelehriger zu den Handwercks-Künsten finde.[14] Von denen, welche hiesiges Gymnasio frequentiren, werden wol die wenigsten sich auf dergleichen Künste legen. Beÿ vorgeschlagener Veranstaltung aber mit dem Apparatu deß Observatorii würde auch diesem Mangel abgeholfen seÿn. Und würde man solcher Gestalt mit noch mehrem Recht hiesigen Vatterland zu ewigen Ruhm nachsagen können, was schon vor diesem der berühmte Professor zu Paris P. Ramus,[16] deßen Worte Hl. P. Baÿer in seinem Programmate[17] anführet, geschrieben: Senatus populusque Noribergensis operam dedit, ut perpetuos Regiomontanos haberet. Itaque Vernerus primum: deinde Sconeri pater et filius, Regiomontani animum deinceps excitarunt. Sed illud de civitate singulare est, atque apud omnes civitates praedicandum: stipendium dare de publico, mathematum Professoris non ei solum, qui doctis et eruditis praelegat, sed et ei quoque, qui vernacula lingua latinae graeceque ignaros opifices erudiat: hinc etiam nobiles sine literis artifices: imo mathematicae disciplinae etiam apud posteros doctores.[18] Superi tibi Noriberga gloriam istam perpetuo conservet, vovemus cum Ramo.[19]


Fussnoten

  1. Das Dokument Stadtarchiv Nürnberg: B1/II Nr. 1883 (2) enthält nur eine Auflistung der Elemente, die von anderer Hand geschrieben wurde als die drei oben angeführten Dokumente, es stammt also möglicherweise von Eimmart selbst oder seiner Tochter. Diese Auflistung bildet den Anfang aller drei oben angeführten Verzeichnissse. Diese sind sehr sauber geschrieben, aber nicht völlig identisch. Die Transkription richtet sich nach dem Exemplar des Losungamts aus dem Staatsarchiv.
  2. Eimmart hatte die Instrumente durch Müller der Stadt Nürnberg zum Kauf angeboten. Der Rat war interessiert, ließ aber Eimmart bzw. Müller durch Gottlieb Volckamer (1648-1709) vom Losungsamt auffordern, ein Verzeichnis der Instrumente anfertigen. Dem kam Müller mit diesem Schreiben nach.
  3. Gemeint ist der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688-1697).
  4. Im Herbst 1678 begann Eimmart mit dem Betrieb einer Sternwarte auf der Vestnertorbastei nördlich der Nürnberg Burg.
  5. Nürnberg konnte schon damals auf eine große astronomische Tradition zurückblicken, die mit den Arbeiten von Regiomontanus und Bernhard Walther begann.
  6. Der Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel (1532-1592) ließ in Kassel die erste Sternwarte der Neuzeit errichten.
  7. Gemeint ist Tycho Brahe und seine Sternwarte auf der dänischen Insel Hven.
  8. postliminium ist das Heimkehrrecht. Müller will hier sagen, dass mit der Eimmart-Sternwarte die Astronomie in Nürnberg wieder heimisch geworden ist.
  9. Der Danziger Astronom Johannes Hevelius (1611-1687) war das große Vorbild für die Nürnberger Astronomen.
  10. Certatim v. Regiis plerumque sumptibus: Eifrig (fleissig) und auf königliche Kosten.
  11. Die Beobachtungsbücher von Eimmart sind mit seinem Nachlass in der russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg überliefert.
  12. mutua consilia: in gegenseitiger Beratung.
  13. Penetralium ist das Allerheiligste eines Gebäudes.
  14. 1686 wurde in Stuttgart das Gymnasium illustre gegründet. Es ist heute das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium.
  15. Dieser Abschnitt fehlt in den Akten des Staatsarchivs.
  16. Petrus Ramus (1515-1572) war ein einflussreicher französischer Philosoph und Humanist.
  17. Johann Wilhelm Baier war 1704 Nachfolger von Johann Christoph Sturm geworden. Am 14. Dezember 1704 hatte er in Altdorf seine Antrittsrede gehalten, aus der Müller zitiert:
    De mathematum in academias et scholas Germaniae superioris introductione schediasma. Altdorf: Meyer 1704, hier S. 17.
  18. Das Originalzitat von Ramus findet sich in:
    Scholarum mathematicarum libri unus et triginta. Frankfurt: Wechel 1599, S. 62.
    Ramus lobt darin die Stadt Nürnberg dafür, dass die Arbeiten von Regiomontanus weitergeführt wurden, was zuerst Werner sowie Vater und Sohn Schöner getan hätten. Worin aber die Stadt einzigartig ist, und was allen anderen Städten empfohlen werden kann, ist, dass die Arbeit nicht nur vom Mathematikprofessor bewältigt wird, sondern auch von denen die des Lateinischen und Griechischen unkundig seien, nämlich den fähigen Handwerkern.
  19. Mit Ramus geloben wir feierlich, dir, Nürnberg, diesen ewigen Ruhm zu bewahren.

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