Johann Christoph Weigel

Kupferstecher und Kunsthändler, der auch einen Habrechtglobus neu herausgab.

* 15.07.1661 in Marktredwitz (Taufe)[1] ; † 03.09.1726 in Nürnberg (Beerdigung)[2]

Lebenslauf:

Johann Christoph Weigel war der Bruder des Kunsthändlers und Kupferstechers Christoph Weigel (1654-1725) und der Neffe des Jenaer Mathematikprofessors Erhard Weigel (1625-1699). Er wurde 1701 als Bürger in die Stadt Nürnberg aufgenommen. Wie sein Bruder ließ er sich als Kupferstecher und Verleger in Nürnberg nieder. Ab ca. 1710 betrieb er seine Handlung in der Neuen Gasse am Spitalkirchhof, wo er auch wohnte. Nach seinem Tod Anfang September 1726 führte seine Witwe die Handlung weiter. Ca. 1734 übernahm der Sohn Christoph (ca. 1702/03-1777) die Geschäftsführung.

Wirken:

Weigel verlegte Kinder- und Jugendliteratur, Musikalien, Ornament- und Musterbücher, aber auch Schriften zu Technik und Handwerk sowie Landkarten. Bei ihm erschien Johann Gottfried Gregoriis (1685-1770) Atlas portatilis von 1717, aber auch der Atlas portatilis coelestis von Johann Leonhard Rost (1688-1727).

Isaac Habrecht II (1589-1633) brachte in Zusammenarbeit mit dem Kupferstecher Jakob van der Heyden (1573-1645) ca. 1621 einen Erd- und einen Himmelsglobus heraus. Von Johann Christoph Weigel wurde der Himmelsglobus neu herausgebracht, wie eine aufgebrachte Vignette aussagt. Gelegentlich wurde diese Ausgabe seinem Bruder Christoph Weigel (1654-1725) zugeschrieben. In der Literatur findet sich auch die Angabe, dass er den Globus 1675 herausbrachte – damals war er aber gerade 14 Jahre alt! Diese Jahreszahl bezieht sich auf eine weitere Vignette, die aussagt, dass die Sternpositionen für 1675 berechnet wurden. Zu vermuten ist folgendes: Die Globenstreifen von Habrecht sollen Mitte des 17. Jahrhunderts bereits von Paul Fürst (1608-1666) neu herausgebracht worden sein. Dessen Verlag wurde ca. 1703 aufgelöst und wahrscheinlich von Johann Christoph Weigel angekauft. Dafür spricht auch, dass 1708 die Gnomonica des Eberhard Welper (1590-1664) von Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750) neu vermehrt bei Weigel herauskam. Sie war vorher in zwei Fortsetzungen durch Johann Christoph Sturm (1635-1703) bei Fürst herausgekommen. Die Neuausgabe des Globus durch Weigel dürfte also Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgt sein.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1717 wurde Johann Christoph Weigel Genannter des Größeren Rates der Stadt Nürnberg.

Ausgewählte Werke:

Literatur:


Fußnoten

  1. Angabe des Taufdatums nach Bauer 1983, Sp. 797, Fußnote 309. Bauer bezieht sich auf Taufen Marktredwitz 1661, S. 71.
  2. "♂ d. 3. d. [September 1726] Der Erb. u. Wolfürn. Joh. Christoph Weigel, Kunsthändler in der Neuen Gaß am Spital Kirchhof", Bestattungen St. Sebald 1721-1732, S. 245 (Scan 147).
  3. "Der Erb. u. kunstr. Joh. Christoph Weigel, deß Erb. u. fürn. Joh. Weigel, gewesenen Apothekers zu Redwitz S. N. E. S. die Erb. u. tgs. J. Barbara Magdl. deß Erbar u. Kunstr. Michael Schwab, Schreib- und Rechenmeisters. d. 22 9ber [November 1700] Hoch Pf", Trauungen St. Sebald 1692-1727, S. 185 (Scan 95).
  4. "31. [Juli 1679] Michael Schwab, Schreib- und Rechenmeister; Magdalena; Barbara Magdalena; Barbara Johann Paul Buggels Ehew.", Taufen St. Sebald 1676-1701, S. 200 (Scan 102).
  5. "♀ d. 6. Dec. [1771] Die Erb. Viel Ehr u. Tugendr. Frau Barb. Magdal. des Erb. u. Wolf Joh. Christof Weigel, S. h. W. in der Neuen Gassen am Spital Kirchhof", Bestattungen St. Sebald 1769-1779, S. 143 (Scan 110), Nr. 184.


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